Seven T´s spielen seit 2000 im Zolln


70er-Jahre Blues

Seit dem 9. März 2000 spielt die Kieler Band im Zolln. Die vier Musiker lassen die Blues- und Rockmusik der 60´, 70´und 80er wieder aufleben. Dabei gibt es bekannte Kompositionen der Rolling Stones, Joe Cockers, Eric Claptons, Bob Dylans, Santanas, Eric Burdon u.v.a.. Ob Hauptbühne, Flohmarkt, Kleinkunstfest oder Zolln, bei diesem BluesRock beben die Wände.

Bei ihren Eigenkompositionen zeigt sich die langjährige Erfahrung der Musiker. Spielfreude, Frische und Lebendigkeit von "Seven T`s" machen ihren Sound so mitreißend. Die Besetzung:

Sänger und Gitarrist Booker Jim steht seit über 40 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
An den Drums sitzt Dirk Zühlsdorff, der bereits 2002 mit Seven T’s Im Alten Zolln zu Gast war. Ansonsten arbeitet er als professioneller Drummer und Schlagzeuglehrer. An der Gitarre spielt Michael Fay. Er spielte beim “Dritten Ohr” und jammte mit Gary Moore.
Der Fels in der Brandung ist der Bassist Paul Clausen, der bisher auf knapp 2000 Auftritten spielte.

Der Sänger und Gitarrist der Band Seven T's "Booker Jim" schreibt in seinem Buch "Muckerstories" über den Alten Zolln:

Im Alten Zolln

Die kleinste Kneipe, in der wir spielen, besteht aus einem Tresenraum mit drei kleinen Tischen, einem Klavier und einem großen Kachelofen mit Bank. Es bleibt gerade so viel Raum, dass noch eins von den leckeren Schnitzeln in uns rein passt. Zwar gibt es noch zwei weitere Räume, aber die haben mit der Musik nichts zu tun. Wir waren bisher zehn Mal da, und es ist immer eine geile Party. Sogar ein Schneesturm hat uns einmal nicht auf unserem Weg nach Lübeck aufhalten können. Weil aber die Verkehrsschilder vollständig mit Schnee bedeckt sind, verfährt sich doch ein Wagen von uns, so dass das Konzert quasi auf Grund höherer Gewalt etwas später beginnt.

Beim Konzert sitzt der Drummer auf der Bank. Die Bassanlage benötigt neben dem Schlagzeug den größten Raum. Meine Box steht auf dem Klavier und ein weiterer Gitarrenverstärker beschallt die andere Seite des Raums. Es ist etwas Platz vorhanden zwischen Gitarrist und Tresen, den er sich mit der Kellnerin teilt, wenn sie da durch muss. Der Bassist ist eingeklemmt zwischen Kachelofen und seiner Anlage. Ich stehe zwischen dem Tisch und dem Schlagzeug. Keinen Meter vor mir beginnt der Bereich des Publikums. Eigentlich spielen wir dort zu viert, haben aber in den Jahren 2002 und 2003 noch einen zusätzlichen Saxofonisten mit dabei. Der steht dann mangels anderer Platzmöglichkeit mitten im Publikum. Zur letzten großen Wahl in Amerika beginne ich das Konzert mit der Ansage: “Ladies and Gentlemen: All the way from Chicago, from the Barrack Obama election party, right here in Lübeck: The Seven T´s. They are back again” Resultat der Ansage: Sofort ist eine Tänzerin mit langen blonden Haaren vor der Mini-Bühne.

Der Laden ist immer brechend voll. Die Leute treten sich gegenseitig auf die Füße und kuscheln sich aneinander, um den Tänzerinnen Platz zu machen. In der Ecke steht immer so ´n cooler Typ mit schwarzem Anzug, einem roten Schal und ´nem schwarzen Hut. Es ist schon erstaunlich, wie er das bei der Hitze aushält. Zum Ende des Konzerts kocht meistens die Stimmung und zum obliga-torischen „Knockin’ On Heaven’s Door“ werden Wunderkerzen verteilt, das Licht gelöscht und jeder Besucher lässt die Kneipe in einem wundervollen Licht erstrahlen. Dieses Mal ist da noch ein Künstler, der so begeistert ist, dass er mich küssen will. Bei aller Liebe: Das geht aber nun wirklich zu weit. Glücklicherweise findet sich eine Frau, die neben ihm steht und küsst ihn dann leidenschaftlich! Irgendwie hält der Typ mich für Mick Jagger, aber ob der sich von Männern küssen lässt, wage ich doch zu bezweifeln. Später setzt sich noch ein 78-jähriger Gast an unseren Tisch und er zählt, dass er heimlich die Schallplatten seines 43-jährigen Sohnes hört. Auf diesem Weg habe er zur Rockmusik gefunden.

Nach dem Abbauen, so gegen 1.30 Uhr, kommt dann meist noch so ein „englischer Klavierprofessor“ vorbei und unterhält die letzten Gäste, eine durchaus angenehme Art einzupacken! Eines ist klar: Wir kommen jedes Jahr gerne wieder! Auf der Homepage der Kneipe finden sich zehn Jahre Bandgeschichte in Fotos.

Beim letzten Mal feiern wir unser zehnjähriges Jubiläum dort. Nach dem Aufbauen, bekommen wir jeder eine riesige Portion zu essen. Der Chef trinkt gemeinsam mit uns einen Schnaps, der wie eine Mischung aus Genever und Korn schmeckt. Nicht mehr ganz nüchtern spielen wir uns durch das Programm. Der aufmerksame „Barkeeper“ sorgt dafür, dass mein Glas nicht leer wird und ich kämpfe gegen das Bier. In einer Pause sagt er mir, dass mein 0,5 Liter Glas ein kleines Bier sei und zeigt mir einen Drei Liter-Krug, den er für mich füllen will. Da muss ich den Mann dann doch bremsen.

An diesem Abend trage ich für einen Kumpel, der als Gast dort ist, ein T-Shirt, das er mir zum Geburtstag ge-schenkt hat. Darauf steht: „Musician looking for grou-pies“. Als ich dann den Klassiker „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ singe, lege ich die Gitarre beiseite und das T-Shirt wird lesbar. Also gehe ich zur nächsten Frau im Publikum, sehe ihr tief in die Augen und singe: „Frauen umschwärmen mich, wie Motten das Licht“ und wechsele anschließend zur nächsten holden weiblichen Schönheit und flirte dort weiter. So erreiche ich alle Frauen, die sich in der Nähe der Band befinden, und bekomme so einige schöne Augen zu sehen.

Am Ende des Konzertes tanzt wieder das ganze Publi-kum. Eine Frau erzählt mir im Anschluss, dass die Gäste nicht bei jeder Band so tanzen, singen und klatschen wie bei uns. Das ist schon etwas Besonderes. Ich bin mal gespannt, was uns bei unserem nächsten Gastspiel dort erwartet.